Marokko – Talassemtane ll

Übernachten  direkt am Parkplatz war nicht erlaubt, so fahre ich ein Stück den Fluss hinunter und frage am nächsten Cafe am Wasser und schon habe ich einen Schlafplatz.

 

Da treffe ich auch noch einen Bergführer, der erklärt mir die Sache noch genau, naja…..nimm immer den Weg, der am besten aussieht. Es sind 7 Kilometer und mit 2 Stunden, eine Strecke, muss ich rechnen. Und gutes Schuhwerk, prägt er mir ein, während er fraglich meine Flipflops ansieht.

 

 

 

Früh morgens breche ich auf, zuerst noch ein ausgiebiger Spaziergang mit dem älteren Hund. Er muss dann im Auto bleiben, welches ich schattig abstelle. Es ist kein Problem, solange im Auto zu bleiben, er kann bis zu 9 Stunden schlafen ohne sich vom Fleck zu rühren.

 

 

 

Los geht es. Das erste, kurze Stück kennen wir schon. Die Abzweigung, die ich nie genommen hätte, jedoch weiß ich das vom Kellner am Vortag. Von nun an geht’s leicht bergauf, dem Flussbett entlang, das tief unten liegt.

 

 

 

Flott kommen wir voran, bis, ach du Schreck, ein großes Stück vom Weg weggebrochen ist. Links die Felsen und eine Rinne voll Wasser, rechts steil bergab ins tief unten liegende Flussbett.  Sofort ist sie da, meine Höhenangst. Ich habe einen 30 cm oder sogar noch weniger breiten Weg  und nichts zum festhalten.

 

 

 

Starr stehe ich da, was nun. Clea bereits schwanzwedelnd wartend, sie läuft immer ein Stück voraus. 5 Schritte und ich hätte es geschafft. Ja oder nein, ich habe nicht lange überlegt. Ein Schritt nach dem anderen, nicht stehen bleiben und nicht nach unter schauen und vorbei war es. Für mich Adrenalin pur.

 

 

 

Freudig hüpft die Hündin umher, noch nichts ahnend, dass bald das nächste Hindernis kommt.

 

Flott geht es weiter bergauf, nicht steil. Die Aussicht grandios, bis jetzt sind wir noch keinem Menschen begegnet, sind wir wirklich die Ersten. Dann schlängelt sich der schmale Weg wieder hinunter zum Flussbett, welches wir an dieser Stelle überqueren müssen.

 

Entweder durch den halben Meter tiefen Fluss waten oder über Betonsockeln  springen, deren Abstand schon sehr bedenklich ist. Für große Menschen sicher nicht, jedoch zu denen gehöre ich nicht!

 

 

 

Ich hebe Clea auf den ersten Betonsockel und mache es ihr vor.  Sie folgt mir nicht, noch immer beschnuppert sie das Teil und weigert sich. Was nun. Zurück, schaffe ich es mit Hund auf dem Arm? Im schlimmsten Fall landen wir im Bach. Ich halte Ausschau nach einer andern Möglichkeit, die gibt es nicht.  Also, Hund auf den Arm und rüber, geschafft.

 

 

 

Nach einer Stunde kommen wir beim kleinen Wasserfall an und sehen den ersten Menschen, der gerade sein Cafe öffnet. Heute ist Sonntag, er erwartet sicher reichlich Kundschaft. Noch eine Stunde, bestätigt er mir.

 

 

 

Ab hier geht es öfter steil bergauf über Felsen und provisorische Treppen, oft rutschig auf dem Geröll und wieder abwärts zum Fluss, den wir noch 8 Mal überqueren müssen. Manchmal können wir durch das Wasser oder ich habe sie wieder rüber getragen, jetzt kann uns nichts mehr aufhalten!

 

Immer tiefer kommen wir in die Schlucht, nah an die Felswände. Die Stunde ist schon vorbei, sind wir noch auf dem richtigen Weg? Der Wald wird immer dichter, gleich einem Urwald, hoch in den Bäumen begleiten uns kreischende Affen.

 

 

 

Jetzt waten wir nur mehr den Fluss entlang, ein richtiger Weg war nicht mehr zu erkennen.  In der Ferne kann ich eine Hütte erspähen, alles ist nass und rutschig. Ich beschließe, das wird der Punkt zum Umkehren,  2 ½ Stunden sind wir bereits unterwegs. Als wir näher kommen sehe ich eine kleine Gruppe junger Männer am Tisch beim Frühstück. Herrlich, hier gibt es etwas zum Essen und Trinken.

 

Die Pause haben wir uns verdient.

 

 

 

Ein fröhliches „as salamu alaikum“ , „labass“ und Gratuation, wir sind die Ersten heute. Das schon so früh, es wird ein guter Tag, meinte einer. Ich bestellte Kaffee, gebratene Eier, Brot und Käse. Fragend schauen sie mich an, ob ich nicht zuerst den Wasserfall sehen möchte. Ja sicher, wo denn, wie weit ist es noch? Nur ein paar Schritte um den großen Felsen herum oder hinauf und schon ist er in meinem Blickfeld. Das Wasser rinnt zwar nur spärlich, jedoch trotzdem sehr imposant, die hohe Felswand.

 

 

 

Glücklich nehmen wir Platz, das Essen teile ich mit meiner Hündin. Die jungen Männer sind sehr beschäftigt, um alles zu richten für die Besucher. Wir genießen die Pause und lauschen den Geräuschen der Schlucht.

 

 

 

Gestärkt treten wir den Rückweg an. Gut, dass er die meiste Zeit durch Wald führt, den die Sonne brennt schon vom Himmel. Nach einer Stunde kommen uns die ersten Wanderer entgegen und es  werden immer mehr. Die haben den schwierigsten Teil noch vor ihnen. Den Rückweg schaffen wir in den angegebenen 2 Stunden.

 

 

 

Zurück am Ausgangspunkt geht es zu, wie am Kirmes. Viele Verkaufsstände sind aufgebaut.  Getränken, bunten Tüchern, Hüte und alles  Mögliche und Unmögliche  kann man erwerben und das Geschäft floriert. Der Parkplatz ist voll, auch die Straße entlang wird noch geparkt. Es ist 1 Uhr. Schnell entfliehen wir dem Rummel, das  passt gar nicht zu meinen Eindrücken von der Schlucht. So starte ich das Auto und suche mir einen ruhigeren Platz, weiter unten am Fluss.