Barrage Allal al Fassi, Sefrou

Von Fes nach Sefrou, keine 30 km. So verlängere ich die Strecke und fahre über den Stausee Allal al Fassi. Ich bin noch zu wenige Serpentinen gefahren.

 

Warum Sefrou fragen mich einige, da gibt es keine Touristen. Ich treffe trotzdem 3, ein belgisches Paar und eine junge Italienerin. Mehr sind wirklich nicht da.

 

Ich habe eine besondere Art von Guide, der mir nicht nur das Schöne zeigt, sondern auch auf die Missstände hinweist. Er ist kein Guide, ich habe den am Abend vorher kennen gelernt und sofort hat er mir zugesagt seine Stadt zu zeigen. So sind wir den ganzen Sonntag in der Stadt unterwegs.

 

Fangen wir oben an. Vorbei an dem Dorf al-Qala, wo ärmere Leute wohnen. Es ist umgeben von einer Mauer, gleich einer Medina, ist jedoch nur ein Wohnviertel. Weiter oben noch ein kleines Dorf, wo noch ärmere Leute wohnen. Von hier ist ein schöner Blick auf die Steinbrüche. Viele finden da schlecht bezahlte Arbeit.

 

Früher haben diese Menschen in Höhen gewohnt, sie sind heute leer oder werden als Lager für Geräte verwendet. Bei einem Spaziergang dem Felsen entlang sind noch einige zu sehen.

 

An dieser Straße ist ein Aussicht – Plateau mit Ausblick über die ganze Stadt.

 

Wieder abwärts kommt man zu den Wasserfällen. Glaskares Wasser rauscht über die Felsen.

 

Dieses wird in der Stadt in Rinnen verteilt und genutzt.

 

Die Medina, geteilt vom tief ausgegrabenen Bachbett des Oued Aggai, ist mit einer teils renovierten Mauer umgeben. Leider ist es noch nicht angekommen, dass man den Müll nicht im Bach entsorgt. Dementsprechend ist das Bachbett vermüllt und von Raten besiedelt. Jedoch sind die Straßen dafür sauber.

 

Hier findet man alles, nette kleine Cafes, Friseure,  Lebensmittelsouk und Handwerkern, die Werkzeuge,  Pflüge, Möbel und Kleidung  herstellen. Unbehelligt schlendere ich durch die Medina, sehe den Menschen bei der Arbeit zu und erhasche auch so manchen Blick in die Wohnhäuser.

 

Ein Hammam Besuch mal umgekehrt, ich kann den Heizraum anschauen. Auch das Krankenhaus sehe ich von innen, an der Anmeldung ein schiefes Holzpult, die Farbe blättert von den Wänden, unbeschreiblich die Krankenzimmer( fotografieren darf ich nicht ).

 

Die Stadt hat noch vieles mehr, einen netten Park, ein Schwimmbad, einen Zoo, einen Veterinärmediziner mit Verkaufsladen und viele abbruchsreife Häuser, die noch bewohnt sind.

 

Hier ist wirklich Marokko ohne Touristennepp und Schlepper, keine Souvenirs und Ramschverkaufsstände, zu 100% authentisch.

 

Es ist interessant hier einen Tag zu verbringen, ein Tagesausflug von Fes. Oder auch mehrere Tage, wenn man Bhalil mit einbezieht. Obwohl Sefrou ein Hotel hat ist es angenehmer in Bhalil zu wohnen.

Über diesen außergewöhnlichen Ort werde ich demnächst schreiben.