Amtoudi

Ich nehme den südlichen, die anderen kenne ich schon. Amtoudi ist mein erstes Ziel. Nur machen mir meine Trödelei, viel Verkehr und die doch kurvenreich Strecke gleich am Anfang meine Routenplanung  zunichte.

 

Kurz vorm Dunkel werden bin ich erst in Bou Izakarn. Wie bestellt steht vor Ortsanfang groß Camping angeschrieben. So nehme ich diese kurze Piste zum Platz.

 

Eine Nacht will ich bleiben. Doch es fängt  zu stürmen und regnet an, sehr heftig. An weiter fahren war nicht zu denken. So werden es drei Nächte. Langweilig ist es nicht, auch andere Camper sind da, ein Belgier, Ein holländisches und englisches Paar. Oft sitzen wir im gemütlichen Zelt zusammen. Auch zwei französische Paare sind da, doch diese setzen sich nicht zu uns und sprechen auch nicht mit uns, wie meistens.

 

Und wieder fällt es mir auf, dass Engländer sehr freundliche, hilfsbereite Menschen sind. Nur wenige sind unterwegs, jedoch alle herzlich und kommunikativ.

 

Auch meine Hunde haben eine tolle Spielgefährtin, die junge Gsina von Lahcen, dem freundlichen Platzbesitzer. Als Andenken schenke ich Gsina ein Halsband und eine Leine. Stolz führt der Sohn den lieben Hund an der neuen Leine spazieren.

 

Mit drei Tagen Verzögerung geht es weiter nach Amtoudi. Normal ist es egal und meistens habe ich auch keinen Reiseplan, entscheide spontan. Aber ich habe in Zagora ein Treffen vereinbart, dass ich unbedingt einhalten will.

 

Amtoudi – eine fantastische Oase, hoch oben die älteste Speicherburg Marokkos, der Agadir Id Aissa.

 

Ich genieße die Ruhe und wieder die Freundlichkeit des Campingplatzes, bestelle eine Hühnchen – Tajine für den Abend.

 

Eine zauberhafte Landschaft lädt zu Wanderungen ein. Zum Beispiel dem trockenen Flussbeet entlang durch die Schlucht  zu einem weiteren, kleineren Agadir, den Agellouy oder hinauf zum gigantischen Agadir.

 

Mohammed telefoniert  früh morgens mit dem Schlüsselwärter, damit dieser die Speicherburg öffnet. Steil geht es bergauf, auf einem schmalen, steinigen Pfad. Die Aussicht ist grandios, die Führung durch den 800 Jahre alten Agadir ebenfalls.

 

Der alte Mann erklärt genau, die Funktion der verschiedenen Kammern, die Lagerung der Lebensmittel, das kleine Museum mit alten Töpferwaren, Werkzeugen, Koranschriften..usw.

 

Gigantisch, was da gebaut wurde vor so langer Zeit. Noch lange sitze ich oben und genieße den Blick in die Ferne.