Draatal

Kurz vor dem Schneefall, sehr untypisch für diese Region, verlasse ich Zagora, mache mich auf den Weg zu meiner Familie in Ait Ben Haddou. Familie, nicht im europäischem Sinn = Verwandtschaft, sondern im marokkanischem Sinn. Der Weg führt durch das wunderschöne, mit Oasen mit Palmen gesäumt, Draatal. Früher war es noch schöner. Leider verfallen viele Lehmbauten, daneben werden hässliche Ziegelhauser gebaut. Verständlich, da die Erhaltung der Lehmbauten sehr aufwendig ist, nach jedem Regen muss restauriert werden. Nach einem Einkauf in Agdez suche ich einen Rastplatz. Neben der Straße schier unmöglich, sofort war ich von Kindern umzingelt. Da entdeckte ich eine Piste, die gut aussah, und folgte ihr. Es folgt eine außergewöhnlich schöne Berglandschaft. Neugierig folge ich dieser Piste, irgendetwas muss da kommen. Nach 12 km tut sich ein Tal auf, einer kleiner Ort und ein Schild „Cascades“. Jetzt weiß ich, wo ich bin, Tizgui. Ich habe schon darüber gelesen, jedoch steht auch, nur mit 4x4 befahrbar. Die Straße zu den Cascades ist gesperrt, wegen Bauarbeiten. So nahm ich die Straße zu dem Ort. Auch hier vermischen sich Lehmhäuser mit neuen Bauten. Schade um die Cascaden, denke ich mir. Wenn ich schon da bin, möchte ich diese gerne sehen. So halte ich an der Abzweigung und frage die Arbeiter, ob es eine Möglichkeit gibt. Sofort fahren sie die Baufahrzeuge weg und machen mir den Weg frei. Viele Stufen führen zu einem Felsenbecken mit Wasser in eine reizende Schlucht. Eine Oase der Ruhe, ideal für meine Mittagspause und Auslauf für die Hunde.